Warum Konstanz beim Rücken mehr zählt als Kraftzuwachs – was eine große Studie zeigt
Wenn’s um Rückenschmerzen geht, denken die meisten zuerst an Kraft: mehr Gewicht, mehr Wiederholungen, ein stärkerer Rücken. Eine große deutsche Multicenter-Studie zeichnet ein anderes Bild. Sie hat über zwei Jahre knapp 1.400 Menschen begleitet – und das, was den Beschwerde-Rückgang am meisten erklärt hat, war nicht die Kraftsteigerung, sondern wie regelmäßig trainiert wurde.
Die Studie im Überblick
Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift Der Schmerz veröffentlicht (DOI 10.1007/s00482-018-0353-z) und lief an 39 Studienstandorten in Deutschland. 1.395 Teilnehmende machten mit, im Schnitt 46,9 Jahre alt, 65 Prozent davon Frauen. Über 24 Monate wurden Rückenbeschwerden, Kraft, Mobilität und das Kraftverhältnis der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur erfasst – jeweils zu Beginn sowie nach 6, 12 und 18 Monaten.
Was sich nach zwei Jahren zeigte
Im Schnitt gingen die Rückenbeschwerden der Teilnehmenden um 37,5 Prozent zurück. Die Kraft stieg um 28,1 Prozent, die Mobilität um 14,7 Prozent, das Kraftverhältnis um 6,5 Prozent. Interessant wird es beim zentralen Befund der Studie: Sie hat auch untersucht, warum die Beschwerden zurückgingen – und dabei zwei Faktoren gegenübergestellt, den Trainingsumfang (wie oft und wie viel trainiert wurde) und die physische Leistungssteigerung (wie viel Kraft dazugewonnen wurde).
Das Ergebnis: Rund 70 Prozent des Rückgangs der Rückenbeschwerden ließen sich durch den Trainingsumfang erklären. Nur etwa 30 Prozent gingen auf die reine Kraftsteigerung zurück.
Kurz gesagt: Wer regelmäßig dabei war, profitierte deutlich mehr – unabhängig davon, wie viel Kraft am Ende dazukam.